Schlaflabor

Hufelandklinik Bad-Ems
Taunusallee 5
56130 Bad Ems
Tel.: 02603/92-1859
Fax.: 02603/92-1542

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Das Schlaflabor

In unserem Schlaflabor untersuchen und behandeln wir Schlafstörungen.

Grund für Schlafstörungen sind oft Stress, zu kurze Ruhezeiten in der Nacht, zu viel Licht, eine Diabetes-Erkrankung oder zu viele Medikamente.

Wir verhelfen ihnen zu einem ruhigeren Schlaf, mindern damit ihre gesundheitlichen Risiken und geben Ihnen durch bessere Konzentrationsfähigkeit und weniger Tagesmüdigkeit mehr Lebensqualität. Beobachtet, eingestellt und therapiert werden im Schlaflabor viele Patienten, die unter der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe leiden. Dabei handelt es sich um eine unregelmäßige Atmung mit Aussetzern, die das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen dramatisch erhöhen. Auch Patienten, die unter anderen chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen mit Husten, Auswurf und Atemnot leiden und eine Erschöpfung der Atempumpe aufweisen, erfahren hier Linderung.

Das Labor leistet neben der genauen Diagnostik zu allen Tageszeiten Maskenanpassung, Einstellung auf medikamentöse Therapie und Schlafschulungen.

Das Schlaflabor der Hufeland-Klinik ist ein bundesweites Referenz- und Schulungszentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin und bietet auch beste Voraussetzungen für die Weiterbildungen des Fachpersonals, Workshops und Schulungen mit den Patienten.

Bei den Patienten des Schlaflabors werden kontinuierlich 20 Vitalwerte gemessen. An allen Betten ist auch eine indirekte Messung des CO2-Gehaltes des Blutes möglich. Leistungsstarke Überwachungskameras zeichnen Körperbewegungen auf und geben ermöglichen so die Auswertung nächtlicher Bewegungsstörungen (z.B. Restless-Legs-Syndrom).

Der ganze Bereich ist wohnlich gestaltet. Es gibt nur wenige Apparaturen und Kabel. Eine mobile Headbox, die man sich um den Hals hängen kann, erleichtert den Patienten während der Messungen beispielsweise den Toilettengang.

Unser Schlaflabor bietet optimale Voraussetzungen dafür, dass die Patienten hier wirklich das tun können, wozu sie gekommen sind: schlafen.

Das brauchen wir von Ihnen vorab

  • Den Bericht und Befund über die durchgeführte ambulante Polygraphie (nicht älter als ein halbes Jahr)
  • Evtl. (je nach Krankenkasse) die Krankenhauseinweisung mit entsprechender Einweisungsdiagnose vom Voruntersucher (durchführender Arzt Polygraphie

Anmeldeformular für zuweisende Ärzte

Leider gibt es viele Krankenkassen, die eine stationäre Diagnostik in einem Schlaflabor nicht mehr bezahlen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass wir diese Unterlagen vorab von Ihnen erhalten. Da es sich bei Ihrem Aufenthalt bei uns um einen stationären Aufenthalt handelt, ist es nötig eine Krankenhauseinweisung anzufordern und – je nach Krankenkasse – einen Kostenübernahmeantrag zu stellen.

Nachdem die Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse vorliegt, vereinbaren wir einen Termin mit Ihnen. Im Anschluss lassen wir Ihnen noch einige Unterlagen zukommen bzw. können Sie diese hier downloaden.

Die erhaltenen Dokumente füllen Sie bitte zeitnah aus und schicken uns diese dann schnellstmöglich wieder zurück.

Ihren Termin bestätigen Sie bitte spätestens eine Woche vor der stationären Aufnahme mit dem Rücklaufschreiben, welches Sie mit unseren Unterlagen erhalten. Sollte uns keine Terminbestätigung vorliegen, wird der Termin an einen anderen Patienten vergeben.

Weitere Informationen

Wenn Sie weitere Informationen möchten können Sie sich hier nachschlagen:

Schlafbezogene Atmungsstörungen: Schlaf-Apnoe-Syndrom

Zu den häufigsten und wohl auch bekanntesten Schlafstörungen gehören die schlafbezogenen Atmungsstörungen. Nächtliche Atemstillstände während des Schlafes und bei einigen Formen eine Verbindung mit nächtlichem Schnarchen sind hierbei charakteristisch.

Häufigkeit

  • ca. ein bis zwei Prozent der Bevölkerung
  • erhöhter Anteil des männlichen Geschlechtes
  • Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr. In dieser Altersgruppe liegt der Anteil, je nach Studie, bei fünf bis neun Prozent der Bevölkerung. 

Ursachen

Die obstruktiven Formen der schlafbezogenen Atmungsstörungen sind gekennzeichnet durch wiederholte Verengungen der oberen Atemwege während des Schlafens. Kurzzeitiger Atemstillstand, Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut und atmungsstimulierende Weckreaktionen sind weitere Begleiterscheinungen. 

Die Atemstillstände kommen oft in einer Häufigkeit von bis zu 60 pro Stunde Schlaf vor. Infolge der atmungsstimulierenden Weckreaktionen kommt es zu einer deutlichen Zerstückelung des Nachtschlafes. Der Schlaf wirkt nicht mehr erholsam und der/die Betroffene ist mit einer Schläfrigkeit am Tag konfrontiert. 

Atemstillstände während des Schlafes entstehen durch einen bei reduzierter Muskelspannung auftretenden Verschluss der oberen Atemwege im Bereich des Schlundes. Dieser wird durch den negativen Einatemdruck ausgelöst. Begünstigende Faktoren für die Verengung der oberen Atemwege können ein vergrößerter Gaumen, vergrößerte Mandeln sowie Fetteinlagerungen im Bereich des Schlundes oder des Zäpfchens sein. Gelegentlich kann auch ein zurückstehender Unterkiefer (Retrognathie) als Ursache festgemacht werden. Während des Atemstillstandes kommt es zu einer vermehrten Belastung des Herzens, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck und Schlaganfall erhöht sich. Bis zu 90 % der Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom leiden an Übergewicht.

obstruktiv bedeutet "mit einer Obstruktion einhergehend" bzw. "verengt" oder "verschließend"

Symptome

Als Leitsymptome gelten ein lautes und unregelmäßiges Schnarchen während der Nacht und vom Bettpartner beobachtete Atempausen. Diese Atempausen und die häufig explosionsartig wiedereinsetzende Atmung mit kurzem Erwachen werden vom Betroffenen weder während des Schlafes bemerkt noch nach dem Erwachen erinnert. Sehr häufig werden Tagesschläfrigkeit mit Einschlafneigung und Monotonie-Intoleranz, morgendliche Schläfrigkeit, morgendlicher Kopfschmerz oder Einschränkungen im Leistungsvermögen bis hin zu depressiven Stimmungslagen festgestellt. Die betroffenen Patienten klagen auch vermehrt über nächtliches Schwitzen, unruhigen Schlaf oder Libidoverlust bzw. Potenzstörungen. 

Internistische Begleiterkrankungen führen bei schweren unbehandelten Schlafapnoe-Syndromen dazu, dass sich die Lebenserwartung um bis zu zehn Jahre reduzieren kann. 

Untersuchung

Neben der Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) ist die Befragung des Bettpartners (bezüglich nächtlicher Atemstillstände und lautem, unregelmäßigem Schnarchen) sehr wichtig. Genau erhoben werden müssen die Medikamenten- und Suchtmittelanamnesen. Muskelentspannende (muskelrelaxierende) Substanzen wie Alkohol oder Schlafmittel (Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten) können die nächtlichen Atemstillstände hervorrufen bzw. ihre Häufigkeit und Dauer entscheidend erhöhen. Die differenzierte schläfrigkeitsbezogene Anamnese dient unter anderem der Abschätzung der Fremd- und Eigengefährdung. Insbesondere bei Risikopatienten, wie Berufskraftfahrern oder Bediensteten an Überwachungsmaschinen, ist eine ausführliche schläfrigkeitsbezogene Diagnostik im spezialisierten Schlaflabor unabdingbar. Unumgänglich ist eine ausführliche internistische Untersuchung hinsichtlich möglicher Begleiterkrankungen. Vor der Einweisung ins Schlaflabor wird, um stationäre Fehlbelegungen zu vermeiden, vom niedergelassenen spezialisierten Facharzt eine apparative Voruntersuchung durchgeführt, um zu klären, ob eine schlafbezogene Atmungsstörung vorliegt. Bei positivem Ergebnis ist eine polysomnographische Untersuchung im stationären Schlaflabor unabdingbar. Hals-, nasen-, ohrenärztliche Untersuchungen auf Obstruktionen der oberen Atemwege sollten im Vorfeld einer stationären Maßnahme bereits durchgeführt sein. 

Schlafdiagnostik

Nur eine stationäre Polysomnographie kann über die Art und den Schweregrad sowie eine geeignete Therapie Auskunft geben. Auch für eine aussagefähige Bewertung der Therapie kann sie sehr hilfreich sein. Im Rahmen der stationären Schlafuntersuchung zeigt sich je nach Schweregrad ein verändertes Schlafprofil mit Tief- und Traumschlafunterdrückung infolge der erhöhten Anzahl Apnoe bedingter Weckreaktionen. Der nächtliche Schlafzyklus kann vollständig aufgehoben sein. Der Sauerstoffverlauf im Blut kann infolge der nächtlichen Atemstillstände deutlich verändert sein und auf eine Unterversorgung hinweisen.

Therapie

Da das Übergewicht vermutlich einen wichtigen mitverursachenden Faktor bei der Entstehung des Krankheitsbildes darstellt, wird der Gewichtsreduktion eine bedeutende Rolle bei der Therapie zugeschrieben. 

Bei leichter Erkrankungsschwere (weniger als 10-15 Atemstillstände pro Stunde Nachtschlaf) und fehlenden zusätzlichen (internistischen) Erkrankungen (Komorbidität) stehen konservative Maßnahmen wie Schlafhygiene, Meidung von Alkohol am Abend, Nikotinverzicht, stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus, Vermeidung später Mahlzeiten und gegebenenfalls auch ein Lagepositionstraining im Vordergrund. Das Lagepositionstraining kommt vor allem bei Atemstillständen ausschließlich in Rückenlage in Betracht. Dabei kann das Einnähen von Tennisbällen in den Rückenteil des Pyjamas, das Tragen eines kleinen Rucksackes, eines speziell entwickelten Gürtels oder Westen zur Meidung der Rückenlage bereits hilfreich sein. 

Auch solche Hilfen wie z. B. dem Unterkiefer vorverlagerte Schienen können bei leichten Erkrankungen hilfreich sein. 

Chirurgische Maßnahmen zur Korrektur der oberen Atemwege dienen der Beseitigung von Veränderungen im Schlund oder in der Nase. Auch können gelegentlich vergrößerte Mandeln oder eine Verkrümmung der Nasenscheidewand nächtliche Atemstillstände begünstigen. Ein chirurgischer Eingriff kann in diesem Fall eine wirksame Therapie darstellen. Spezialisierte operative Verfahren haben eine Vergrößerung des oberen Rachenraumes zum Ziel. Aufgrund der Größe dieser Eingriffe und der möglichen Komplikationen sollten sie nach Risiko-Nutzen-Abschätzung von einem erfahrenen Spezialisten vorgenommen werden. 
Die nächtliche Überdruckbeatmung ist eine weitere Option, hier existieren verschiedene Beatmungsweisen, die eine pneumatische Schienung der oberen Atemwege herbeiführen. Somit werden die Atemwege offen und nächtliche Atemstillstände effektiv auf dem Niveau von Gesunden gehalten. Einige Beatmungsweisen sind auch dazu geeignet, den bei seltenen Störungen auftretenden Ausfall des Atemantriebes wieder herzustellen. Bei allen therapeutischen Maßnahmen ist eine ausreichende Wirksamkeit mittels der Polysomnographie zu belegen.

Restless-Legs-Syndrom – Syndrom der unruhigen Beine

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) handelt es sich um eine weit verbreitete, aber wenig bekannte Ursache von Schlafstörungen. Dieses Syndrom wurde erstmals 1685 von Thomas Willis beschrieben und 1945 durch Karl Ekbom mit dem Begriff Restless-Legs-Syndrom in die medizinische Literatur eingeführt. 

Häufigkeit

Je nach Studie, zwischen einem und 15 Prozent der Bevölkerung.

Neuere Studien zeigen, dass in Deutschland ca. zwei Prozent der Bevölkerung ein behandlungsbedürftiges Restless-Legs-Syndrom aufweist. 

Die Häufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter zu.

Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen, wobei der Anteil der Frauen dann überwiegt, wenn sie mehrfach schwanger waren. 

Symptome

Die Patienten klagen über quälende Missempfindungen, wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Brennen in den Extremitäten – hierbei sind insbesondere die Unterschenkel, seltener Oberschenkel oder Arme betroffen. Oft besteht eine Kombination mit Schmerzen in den Extremitäten. 
Die Beschwerden sind typischerweise in den frühen Morgenstunden am geringsten ausgeprägt und finden ihr Maximum nachts zwischen 24 und 4 Uhr. Infolgedessen entsteht eine zum Teil massive Schlafstörung. Die Symptome treten bevorzugt in Ruhe, beim Liegen, manchmal auch in Ruhephasen am Tage, zum Beispiel vor dem Fernseher, im Flugzeug, im Kino oder als Beifahrer im Auto auf. Meist kann eine prompte Besserung durch Bewegung, gegebenenfalls auch physikalische Reize (Reiben, kaltes Wasser), erzielt werden. Im Bett strecken die Patienten die Beine häufig unter der Bettdecke hervor, da Wärme die Symptome verstärken kann. Häufig ist die Kombination mit periodischen Beinbewegungen. Diese treten in ca. 80 % der Fälle während des Schlafes in Kombination mit Weckreaktionen auf. Diese Beinbewegungen verbunden mit kurzen Weckreaktionen, derer sich der Schläfer nicht bewusst ist, können in einer Häufigkeit von mehreren Hundert pro Nacht auftreten. 

Ursachen

Als Ursachen des primären RLS werden eine Balance-Störung im Dopamin- bzw. Eisenstoffwechsel im zentralen Nervensystem vermutet. Sekundäre Restless-Legs-Syndrome treten im Rahmen von anderweitigen Erkrankungen auf. Ca. 20 % der Urämie-Patienten leiden an Restless-Legs-Syndromen. Bei der chronischen Polyarthritis und anderen rheumatischen Erkrankungen tritt das RLS in ca. 30 % der Fälle auf und beim Eisenmangel in ca. 20 % der Fälle. Nicht selten kann ein RLS temporär während der Schwangerschaft in 10 – 15 % der Fälle beobachtet werden. Erkrankungen des Nervensystems (Polyneuropathien) stellen eine weitere häufige Ursache von RLS-Beschwerden, aber auch eine wichtige Differentialdiagnose dar. 

Untersuchung

Als Ursache des RLS wird überraschend selten eine Ein- und Durchschlafstörung vermutet. Es gibt zwei Formen: eine primär vererbbare und eine sekundäre. Bei der primären vererbbaren Form kann eine familiäre Häufung festgestellt werden. Eine internistische und neurologische Untersuchung ist zum Ausschluss sekundärer Formen unabdingbar. Die stationäre Polysomnographie dient dem Ausschluss periodischer Beinbewegungen mit Weckreaktionen. Sie stellt die einzige diagnostische Methode zur Erkennung der Beinbewegung dar.  

Therapie

Bei den symptomatischen Formen des Restless-Legs-Syndroms stehen Ursachen beseitigende Maßnahmen im Vordergrund wie z. B. eine Eisensubstitution, Behandlung der Niereninsuffizienz oder der Polyneuropathie. 
Beim primären RLS steht aufgrund der unklaren Ursachen die symptomatische medikamentöse Behandlung im Vordergrund. Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Antiparkinson-Mitteln, Opioiden, Antiepileptika und vereinzelt auch noch mit Benzodiazepinen. Dabei gelten die Dopamin-Agonisten als Mittel der ersten Wahl. Opioide kommen bei fehlender Wirksamkeit von Dopamin-Agonisten als Zusatzmedikation, bei Toleranzentwicklungen oder als alleinige Therapie in Frage. Benzodiazepine wie beispielsweise Clonazepam führen zu einer Verbesserung der Schlafstruktur, nicht jedoch zu einer Reduktion nächtlicher periodischer Beinbewegungen. Es werden auch positive Wirkungen von Anitepileptika, wie beispielsweise Gabapentin, Valproat oder Carbamazepin berichtet. 

  • Narkolepsien– Tagesschläfrigkeit mit zwanghaftem Einschlafen 
  • Zerebrale Anfallsleiden im Schlaf– Epilepsien im Schlaf 
  • Somnambulismus– Schlafwandeln 
  • Schlafstörungen bei Hypnotikaabhängigkeit– Medikamentenbedingte Schlafstörungen
  • Chronobiologische Störungen– Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen, z. B. bei Schichtarbeit
  • Psychophysiologische Insomnie– Schlafstörungen infolge nächtlichen Grübelns 
  • Albträume im Schlaf
  • Schlafstörungen bei depressiven Erkrankungen
  • Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen
  • Schlafstörungen bei internistischen Erkrankungen